Wie ein Schmetterling durch Sydney

Ich war vor Jahren schon in Sydney, normales Touristenprogramm inklusive Sightseeing. Dieses Mal wollte ich anders in die Stadt eintauchen. Über Airbnb habe ich Maria & Mani kennengelernt, deren Tour URBAN CATTARPILLAR BOHO BLITZ mich sofort angesprochen hat. Weiß nicht, was ich mir genau versprochen habe, aber der Titel hielt sehr viel für mich bereit: Nachdem ich die Tour gebucht hatte, hat mich Maria sofort angeschrieben und mich nach meinen Wünschen gefragt und was ich schon in der Stadt gesehen hätte. Als Kunst-, Essens- und Boho-Liebhaberin war mir alles recht und Maria hat eine Tour für mich zusammen gestellt.

Wir trafen uns in Haymarket, wandern durch Chinatown bis nach Chippendale. Vorbei an spannender Architektur wie auf der Goods Lane: FRANK GEHRYS dekonstruiertes Meisterwerk für die hiesige Business School, das die Sydneysider liebevoll „Crumpled Paper Bag“ nennen. Bis hin zu dem weltweit ausgezeichneten ONE CENTRAL PARK, dem höchsten hängenden Garten der Welt mit mehr als 380 unterschiedlichen Pflanzenarten (unter anderem der einheimischen Akazie) und Fröschen, die inzwischen in den Gärten an der Häuserwand wohnen. Eine kleine Anekdote hier, ein paar Fakten dort. Kunst immer zwischendurch. Die WHITE RABBIT GALERIE lockt uns mit einer Ausstellung chinesischer Künstler: Was wäre, wenn Mao Tse-tung heutzutage aufwachte… sehr interessant… Mittags dann in die schnuckelige SPICE ALLEY zwischen kleinen, alten Ziegelhäusern. In jedem steckt ein stylisches Café oder Food Stall, welche mit verführerischen Düften locken. Das Essen ist zumeist asiatisch. Maria und Coleen (meine Mit-Caterpillarin und auch Australierin) sind glücklich darüber. Endlich würde die klassische australische Küche, bestehend aus gegrilltem Fleisch oder Fisch und Salat, vielfältigst ergänzt durch unzählige asiatische Speisen in aller Couleur und Geschmacksrichtungen. Ich entschied mich für ein indonesisches Gadu Gadu. In diesem Fall eine australische Variante mit einem Salat aus erfrischenden Gurkenstückchen, grünen Bohnen und anderem knackigen Gemüse, darüber frittiertem Reis mit einer feinen – und das ist das entscheidende – Erdnusssoße. Dazu gibt’s ein hydrierendes Kokoswasser, damit ich die Hitze, die in der Stadt wabbert, auch gut aushalten kann.

Gestärkt poppen wir kurz in ein eklektisches Boutique Hotel THE OLD CLARE rein bevor wir zu Marias Auto gehen, um unsere Tour durch weitere hippe Stadtteile Sydneys fortführen. Wir stoppen im CARRIAGEWORKS, dem größten Multi-Art Center in Australien. Wahnsinnsgelände! In der industriellen Atmosphäre des 19. Jahrhunderts präsentieren sich im Rahmen der 21. SYDNEY BIENNALE einige beeindruckende Künstler zum Thema „Superposition: Equilibrium & Engagement“. Besonders Sam Falls mit seinen organischen Leinwänden hat es mir sehr angetan.

Wir fahren weiter durch die kleinen Straßen des ruhigeren Boho-Viertels Glebe (sprich „Gläib“), vorbei an Backsteinhäuschen, einer alten Schule, die zu einem Wohnhaus mit modernen Anbau umgewandelt wurde und anderen idyllischen Gebäuden. Hier gibt es übrigens einen empfehlenswerten, bunten Vintage Markt, der jeden Samstag ab 10 Uhr im Schulgarten an der Glebe Point Road stattfindet. Zwischen Second Hand Ständen, findet sich filigraner Silberschmuck lokaler Künstler, handgefertigte Boho Lederwaren, Hippie-Kleider aus Bali und Thailand bis hin zu Omis mit ihren selbstgemachten Kuchen und Limonaden sowie anderen Food Ständen. Besonders die Stimmung hat es mir angetan, sehr friedlich, quirlig und kreativ.

Der nächste Zwischenstopp ist in Alexandria: THE GROUNDS OF ALEXANDRIA, ein Gemeinschaftsprojekt zweier Unternehmer, die eine urbane Oase als einladenden Treffpunkt auf einem ehemaligen Parkplatzes visionierten. Voll gelungen! Das Gelände erinnert an eine große Gärtnerei. Wir betreten die offenen Glashäuser, die überquellen von frischer Natur. Jede Ecke bietet einladende Sitzecken und Plätze zum Verweilen. Es gibt eine Bäckerei mit duftenden Brotsorten und verführerischen Kuchenkreationen, eine Café-Bar mit ihrem selbst gerösteten Kaffee, eine Eatery, einen Blumenladen und eine Ecke mit Kevin Bacon, dem schweinischen Lokalmatador. Total süß und liebevoll gestaltet. Und vor allem so freundlich. Jeder Mitarbeiter strahlt dich an, begrüßt dich mit einem sympathischen „Hey, how are you“. Ich fühle mich auch sauwohl…

„Leider“ müssen wir noch zu einem weiteren Projekt in der Gegend: THE CANNERY. Hier destillt ARCHIE ROSE seine leckeren Gin- und Vodka-Sorten und seit kurzem Whiskey. Neben der Destillerie öffnet sich eine große Lagerhalle, in der nicht nur das angesagte THREE BLUE DUCKS Restaurant seine Gäste verwöhnt, sondern auch das einladende Einrichtungsgeschäft KOSKELA, das ausschließlich lokal hergestellte Produkte verkauft. Ich muss zugeben, dass ich beim Anblick der tollen Möbel und Interior Gegenstände in Gedanken schon mal bisschen mein kleines Häuschen mit Wasserblick einrichte.

Unsere Tour endet im shabby-chic Viertel Newtown, voller Street Art und kleinen Boutiquen, Shops, Bars und Cafés. Wir springen noch schnell bei COLLECTIKA Furniture rein, auch hier gibt’s Vintage-Klassiker für mein erträumtes Standhäuschen. Nach einem langen, intensiven Tag sinken wir erschöpft aber glücklich an die langen Hochtische der kleinen Craft-Brewery YOUNG HENRY`S. Kippen das süffige Lager runter, um dann noch in der BLACK STAR PASTRY vorbei zu schauen. Leider ist ihr über Australien hinaus berühmter Watermelon Cake schon ausverkauft. Aber ich erhasche noch einen Blick darauf – wenigstens das… Ein weiterer Tipp ist das CONTINENTAL DELI, schön für ein Glas Wein und ein paar Aperitivo Schweinereien. Im COURTHOUSE HOTEL müssen wir dann dringend nochmal ein (oder zwei) erfrischendes tasmanisches Bier trinken, um dann im MARY`S, einer ehemaligen Kirche, nun Zuhause des besten Burgers der Stadt, selbigen zu essen. Reden können wir nicht viel, der hämmernde Heavy Metall Sound verhindert jedes zweite Wort. Aber geredet wurde an dem Tag eh schon genug… Schweigen & genießen!

Ach wie schön. Das war so ein toller Tag in sehr sympathischer, wissender Begleitung. Diese Tour ist wirklich zu empfehlen für Menschen, die die Stadt aus der Sicht eines Sydneysiders entdecken wollen und sich für Kunst, Essen aller Art, Geschichten und Stories interessieren. Ganz lieben Dank an Maria & Mani, you made my day!!

Check it out: www.urbancaterpillar.com

 

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Oli sagt:

    Famous! Lg

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    1. Absolut – auf nach Sydney!

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